jahnna jahnna Zahl 5, Tusche – Aus dem Denken heraustreten

In diesem Filmchen möchte ich einen Weg aus dem Denken heraus zeigen. Es ist wahr und wirklich möglich, aus den Räumen des Denkens herauszutreten. Es ist kein Konzept und auch keine andere Art zu denken, sondern es gibt wirklich drei Lebenszentren, in denen wir Menschen sein können: Wir können im Kopf sein, im Rumpf oder im Herzen. Oder auch diese drei Bereiche miteinander verbinden und ganz werden. Die Kelten, für viele von uns Vorfahren, haben um diese Dinge gewusst. Sie haben Übungen praktiziert, die die einzelnen drei Lebenszentren erst in sich stärken, dann in sich ausrichten und schlussendlich miteinander verbinden. Der Mensch, der diese Erfahrungen in sich macht und hält, ist in etwas eingetreten, was sie damals ‹Gwenwyd› genannt haben, die ‹weiße Welt›. Es ist wahr und erfahrbar. Es ist der Zustand des Ganzseins, vollkommen wach zu sein, das Erleben vollständig wahrzunehmen. In der heutigen Zeit nicht immer wünschenswert bei all diesen Eindrücken ;-) Doch es ist uns Menschen gegeben. Denn in dieser Verbindung mit uns selbst gibt es keine ausgeklammerten Bereichen mehr. Wir nehmen uns selbst in allem vollkommen wahr, im Fühlen, im Spüren, in Sein, auch das, was im Denken geschieht. Wir werden ganz selbst werden.

Ich möchte weniger dar‹über› sprechen, sondern mehr dazu kommen, wie man dahin kommt.

Im letzten Filmchen habe ich davon gesprochen, dass sich unser Bewusstsein immer wieder engt und weitet. So kann sich das Bewusstsein zum Beispiel auf etwas, das ihm Sehen geschieht, verengen. Oder auf ein starkes Gefühl, das auftaucht. Oder man kann im Denken konzentriert sein. Dieses Verengen auf einen Sinneseindruck, auf den Körper oder auf ein Gefühl ist noch nicht das Heraustreten aus dem Denken. Es ist etwas, was zugleich geschehen kann.

99% aller westlich geprägten Menschen verbringen zur Zeit ihre Tage im Denken. Das Heraustreten aus dem Denken wahr und wirklich zu erleben, ist etwas tief Mystisches, am Anfang. Dabei ist es ganz natürlich. Ich lade dich ein, es einmal zu probieren.

Es beginnt damit, dir bewusst zu werden, was du gerade in deinem Bewusstsein hast. Möglicherweise siehst du gerade dieses Filmchen, hörst meine Stimme und vielleicht taucht auch der eine oder andere Gedanke in dir auf. Nun stelle dir die Frage: Von wo aus in deinem Körper du gerade siehst, hörst. Wenn du dir einmal deines Volumens, deines Körpersraumes gewahr wirst: Von wo aus schaust du gerade? Von wo aus hörst du gerade?

Vermutlich wirst du feststellen, dass du etwa in der Mitte deines Schädels bist, sozusagen hinter den Augen, sozusagen dort, wo die Mitte auch des Hörens ist. Wenn du recht in Gedanken bist, dann bist du hier, denn hier findet das Denken statt, mitten im Gehirn. Nun sagen viele: «Ja, das geht gar nicht anders. Ich muss doch da sein, da hinter den Augen und dort zwischen den Augen.» Ich sage: Nein. Es ist möglich, aus den Räumen des Denkens herauszutreten. Wir sind nicht vollständig, wenn wir die ganze Zeit immer nur in den Räumen des Denkens, aus dem Gehirn heraus leben und wahrnehmen.

Das Tor zum Selbst ist der Körper. Beginne diese Übung, indem du dir einen Raum suchst, der geschützt ist, eine Tür, die du hinter dir schließen kannst. Versuche andere Sinneseindrücke möglichst still zu halten. Setz dich bequem hin, sodass du mühelos sitzen kannst. Nun richte einmal deine Aufmerksamkeit auf die Ausdrücke deines Körpers. Was spricht dein Körper gerade zu dir?

Nimmst du vielleicht ein Ziehen in deiner Schulter wahr? Vielleicht ein Drücken im Kopf? Vielleicht ein Kribbeln irgendwo in den Beinen?

Du kannst deine rechte Hand mit der Handfläche nach oben offen auf dein Bein legen. Möglicherweise nimmst du ein feines Pulsieren in ihr wahr.

Wenn du dich nicht ablenken lässt, wenn du nicht urteilst, darüber nachdenkst, sondern im Körper verbleibst, wirst du möglicherweise wahrnehmen, dass sich dieses Pulsieren ausweitet, über deinen Oberkörper und vielleicht die andere Hand erfasst. Je länger es dir gelingt, nicht wieder zurück in das Denken zu gehen, sondern wahr und wirklich deinen Körper zu empfinden, trittst du aus dem Denken heraus und bist nun im Raum deines Körpers. Ich, der ich jetzt hier spreche, bin im Körper, und nicht im Denken. Vielleicht holt dich dein Denken jetzt wieder zurück und sagt: «Das kann gar nicht sein, du sprichst doch.» Ich sage: Es ist möglich. Ich kann im Körper sein und zugleich öffnet sich mein Mund und es kommt Sprache herraus. Es spricht einfach aus mir. Ich denke dabei nicht.

Wenn du dir den Großbuchstaben ‹G› einmal vorstellst, ‹G› wie ‹gut›, ‹Glück›, ‹Glaube›, ‹Gabe›, ‹Gott›, ‹ganz›. Und dich einmal, so wie du jetzt sitzt, von der rechten Seite aus anschaust, und dir die Form des ‹G› vor Augen hältst, dann ist der Weg zu dir selbst der Weg des ‹G›. Er beginnt, indem du dich zumeist im Denken wiederfindest, dir erst einmal bewusst wirst, dass du von oben heraus die Welt betrachtest. Dann geht das ‹G› den Rücken hinunter und du trittst unten in deinen Rumpf ein. Du nimmst dein Körper wirklich wahr. Wenn dir das wirklich gelingt, wirst du bemerken, dass dein Denken still wird. Du kannst nun die Empfindungen des Körpers wahrnehmen, das feine Kribbeln, das Pulsieren, das Ziehen, das Drücken, all das, was dein Körper spricht. Du kannst vor allem auch wahrnehmen, wo es ist. Das ist kein Denken, das ist ein wirkliches Körperempfinden. Und zugleich kannst du erleben, dass dein Denken wahrhaft still ist. Es geschieht nichts dort oben, denn nun bist du im Körper und damit unten. Alles ohne Wertung :-)

Wenn du es übst und es dir gelingt, dann geschieht mitunter das Magische: Du steigst wie die Form des ‹G› von unten aus dem Rumpf auf, kommst in dein Herz und von hier aus betrittst du die Plattform des ‹G› und breitest dich aus.

Nun wirst du weit. Denn die Wahrheit ist, dass wir Menschen mehr sind als nur physischer Körper. Wir sind auch Seelengeist, wir sind auch Selbst. Als Selbst sind wir unendlich weit mit allem Leben, allen Wesen und der Natur verbunden. Es ist an der Zeit, dass wir uns wieder daran erinnern, wer wir wirklich sind, welche Fähigkeiten in uns schlummern.

Viel Freude beim Üben. Wenn du Fragen hast, schreibe mir gerne. Oder besuche mich, ab November 2019 in Rapperswil, im Yoga- und Ayurveda-Zentrum Shakti.

Namasté.

Buchtipp: WYDA, Die Kraft der Druiden - Ein ganzheitlicher Weg zu Gesundheit und Spiritualität, Übungsbuch, A. A. Schwarz, R. P. Schweppe, W. M. Pfau, Verlag Hermann Bauer, Freiburg im Breisgau, 1989

Aufgenommen am 25.8.2019 um 13:12 Uhr