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  Teil 3  

  21.07.2002   letztes update 23.01.2003

 

Frage   Welche Aufgaben hat Ihr Gefühl und welche Ihr Verstand? (4)


Unser Denken zeigt richtig und falsch bezüglich eines Ziels, siehe 3.9. Unser Gefühl zeigt, was für uns gut und schlecht ist, siehe 3.8.

Frage 2  Woher haben Sie Ihre Ziele?!


Manchmal haben wir bewusst ein Ziel vor Augen und verfolgen dieses in unserem Denken und Handeln. Manchmal agieren wir, einem inneren Antrieb folgend, ohne bewusst zu wissen, was genau wir erreichen wollen.

Zumeist haben wir mehrere Ziele gleichzeitig.

Beispiele 1  

  1. "Ich möchte Musik hören in der Küche."
  2. "Ich möchte der Großmutter noch ein Geschenk kaufen, zu der ich morgen anläßlich ihres Geburtstages eingeladen bin."
  3. "Ich muss noch das Auto reparieren um damit morgen zur Großmutter fahren zu können."
  4. "Ich möchte meiner Großmutter eine Freude machen."
  5. "Morgen nachmittag bin ich auch bei einer Freundin eingeladen. Möglicherweise kommt dorthin auch die Person, für die mein Herz im Moment so sehr schlägt."
  6. "Ich möchte selber glücklich sein."
  7. "Ich möchte reich und berühmt sein."
  8. "Ich möchte in einem Haus nahe einem Wald mit Blick auf ein Feld, an dem ein Bach verbeifließt, wohnen."

Die Erreichung eines unserer Ziele läuft nicht immer geradlinig und glatt ab. Oftmals treten Konflikte auf.
Zum einen kommt es vor, dass äußere Kräfte gegen unser Zielstreben wirken, siehe auch 2.8.1. In dem entstehenden Wettstreit der Willen zeigt es sich, wie wichtig uns unser eigenes Ziel ist.
Zum anderen kommt es vor, dass zwei eigene Ziele sich gegenseitig behindern, siehe z. B. Beispiele 1.2 und 1.3. Auch hier bewerten wir unsere eigenen Ziele in wichtig und weniger wichtig.

Das Wort "wichtig" ist dem Wort "richtig" sehr nahe. "wichtig" ist zudem ableitbar von "Gewicht". Etwas Wichtiges zeigt von daher eine für uns bedeutsame Richtung an.


Frage 3  Welches Ziel ist Ihnen wichtig?!


Die Gewichtung unserer Ziele entsteht, ähnlich wie unsere Entscheidungsfindung, siehe 3.8.1 und 3.9.2, sowohl verstandes- als auch gefühlsorientiert.


3.10.1 Mein Fühlen wertet ein Ziel als wichtig, unwichtig oder dazwischen.

Wenn wir uns die Erreichung eines Ziels vorstellen, zeigt unser Gefühlsausschlag dessen Wichtigkeit. Wir verfolgen zumeist Vorstellungen, in dessen Zusammenhang wir Freude empfinden. Je höher die Freude ist, die wir empfinden, mit desto mehr Nachdruck verfolgen wir ein Ziel.

Beispiel 2  Jemand ist verliebt in eine Klassenkameradin oder einen Klassenkamerad. Die Vorstellung, mit ihm oder ihr zusammenzukommen, geht stets mit starker Freude einher, gemischt mit Traurigkeit, denn in der Realität verhält sich die begehrte Person abweisend. Den tatsächlichen Umgang mit dem Klassenkamerad oder der Klassenkameradin erlebt sie oder er von daher in überwiegend negativer Stimmung. Dennoch ist sein oder ihr Wille ungebrochen, siehe auch 2.6 Beispiele für Wollen 2.


Auch im Denken haben wir eine Möglichkeit zur Gewichtung: Wir ordnen unsere Ziele in Teil- und Endziele. Manches Ziel erkennen wir als Zwischenziel auf unserem Weg zu einem höheren Ziel, siehe z. B. Beispiele 1.2, 1.3 und 1.4 oder auch 1.5 und 1.6.


3.10.2 Mein Denken wertet ein Ziel als Zwischen- oder Endergebnis.

Beispiele 3   

  1. Jemand möchte ihr oder sein Auto reparieren. Abends soll es fertig sein. Alle Tätigkeiten, die er oder sie diesem Nachmittag durchführt, ordnet sie oder er der Fertigstellung des Autos unter.
  2. Jemand möchte mit einem Klassenkamerad oder einer Klassenkameradin zusammenkommen. Es ist ihr oder sein höchster Wunsch zur Zeit. Sie oder er beobachtet genau die Tätigkeiten und Verhaltensweisen der begehrte Person. Bei jeder eigenen Entscheidung, bei dem, was sie oder er sagt, tut und ausdrückt, achtet er oder sie genau darauf, ob diese Handlung mit dem übergeordneten Ziel im Einklang steht.

Bei dieser verstandesorientierten Methode hat die Bestimmung unserer höheren Ziele um so mehr Bedeutung. Je komplexer die Ziele werden, desto mehr Argumente gibt es für und wider die Bedeutsamkeit eines Zieles. Manche Ziele sind so, rein logisch, kaum noch gegeneinander abzuwägen, siehe z. B. Beispiele 1.4 und 1.6.


Anmerkung   Oftmals verwenden wir eine dritte Möglichkeit zur Entscheidungsfindung. Dieses ist die Gewohnheit. Wir denken weder an die Konsequenzen einer Entscheidung, noch fühlen wir, was für uns gut und schlecht ist, sondern tun die Dinge so, wie wir sie stets getan haben.


Frage 4  Welches ist Ihr höchstes Ziel?!


Unser eigenes höchstes Ziel wird durch unsere eigene höchste Freude angezeigt. Wenn wir in unserem Denken dieses nicht beachten, laufen wir Gefahr, krampfhaft an einem Ziel festzuhalten, obwohl unser Tun inzwischen sowohl für uns, als auch für unsere Mitmenschen überwiegend Leiden verursacht.



Ja! So ist es.
Nein! Ich denke und fühle anders.
Ich will mich nicht entscheiden. Es gibt Für und Wider diese Aussagen.
Diese Aussagen haben für mich keine Bedeutung.
Ich will zu diesen Aussagen keine Stellung beziehen.

Anmerkung:


 

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